
Minergie: Quadra Ligna neu an Bord
Quadra Ligna ist neu Mitglied im Verein Minergie. Die Werte des Labels – Energieeffizienz, ein gutes Raumklima und nachhaltiges Bauen – decken sich mit unserem Verständnis von Baukultur. Umso mehr freuen wir uns, diese künftig aktiv mitzutragen und auch in Projekten sichtbar zu machen.
Wer in der Schweiz über energieeffizientes und klilmafreundliches Bauen spricht, kommt an Minergie kaum vorbei. Der Verein steht seit über 25 Jahren für anspruchsvolle Standards bei Neubauten und Sanierungen. Ziel ist eine hohe Energieeffizienz, ein gutes Raumklima und eine klimafreundliche Bauweise. Seit Kurzem ist auch Quadra Ligna Mitglied im Verein Minergie. Dazu Robert Minovsky, Leiter Technik bei Minergie: «Die Mitgliedschaft stärkt die Sichtbarkeit in der Branche und eröffnet Zugang zu Fachveranstaltungen oder Weiterbildungen. Sie ermöglicht zudem einen breiten Austausch mit Planenden, Architektinnen und Energieexperten. Gleichzeitig können sich die Mitglieder aktiv in die Weiterentwicklung der Standards einbringen».
Gelingt Minergie bei Altbauten?
Gerade bei Altbauten und denkmalgeschützten Gebäuden ist die energetische Sanierung oft eine Herausforderung. Die Gebäudehülle spielt dabei eine wichtige Rolle – und damit auch die Fenster. «Die Gebäudehülle ist bei einer Minergie-Sanierung ein zentrales Thema. Besonders wichtig sind Luftdichtigkeit und ein funktionierendes Lüftungskonzept», erklärt Minovsky. Es sichert die Luftqualität und stabilisiert den Feuchtehaushalt, wodurch Schäden wie Schimmel, Kondenswasser oder sogar konstruktive Beeinträchtigungen vermieden werden. Für Eigentümer:innen bedeutet dies mehr Planungssicherheit und langfristiger Werterhalt. Gleichzeitig wird der Komfort verbessert, und das Gebäude bleibt trotz denkmalpflegerischer Vorgaben energetisch zukunftsfähig.
Das Fensterrenovationsverfahren von Quadra Ligna beeindrucke ihn, so Minovsky. Durch die Aufdoppelung und eine zusätzliche Glasebene können bestehende Fenster energetisch deutlich verbessert werden, ohne ihren Charakter zu verlieren. In Kombination mit weiteren Massnahmen am Gebäude steht einer Minergie-Zertifizierung nichts im Weg.
Praxisnahe Lösungen
Damit energetische Sanierungen auch bei Bestandesbauten praktikabel sind, hat Minergie spezielle Nachweiswege entwickelt. Ein wichtiger Ansatz sei die sogenannte Systemerneuerung, so Minovsky: «Dabei müssen keine aufwendigen Gesamtenergieberechnungen durchgeführt werden. Stattdessen wird über standardisierte Anforderungen an Bauteile und Gebäudetechnik nachgewiesen, dass das Gebäude energetisch verbessert wird.» Das bedeutet konkret: Für Fenster, Dämmung oder Dach gelten definierte U-Werte, während Heizsysteme oder Lüftungen bestimmte Effizienzanforderungen erfüllen müssen. Der Nachweis erfolgt über Produktangaben, Planunterlagen und die Dokumentation der Umsetzung.
In einem ersten Schritt Richtung Minergie wird oft ein Gebäudeenergieausweis erstellt. Dieser zeigt den energetischen Zustand eines Gebäudes (GEAK) und mögliche Sanierungsschritte (GEAK Plus) auf. Die Systemerneuerung von Minergie knüpft daran an und definiert, wie diese Massnahmen standardisiert umgesetzt und nachgewiesen werden können – ohne aufwendige Gesamtberechnungen. Gerade bei Altbauten schafft dieser Ansatz mehr Planungssicherheit. Nicht jedes Gebäude muss komplett neu berechnet werden – oft genügt es, gezielt einzelne Systeme zu erneuern.
Zielkonflikten pragmatisch begegnen
Bei schützenswerten Gebäuden kommt noch eine weitere Dimension hinzu: die Abstimmung mit der Denkmalpflege. Auch hier setze Minergie auf pragmatische Lösungen, betont Minovsky: «Bei denkmalgeschützten Gebäuden kann es zu Zielkonflikten zwischen Energieeffizienz und Komfort mit dem Erhalt der Substanz kommen. Ist ein gutes Gesamtkonzept vorhanden, bieten wir bei Minergie gerne Hand und prüfen alternative Lösungen.» Minergie liefert dabei einen anerkannten und sauber dokumentierten Rahmen. Diese Gesamtstrategie hilft, Denkmalschutz und Energieeffizienz, Komfort in Einklang zu bringen und sichert die Qualität einer Sanierung.